9 to 5 adé? Warum das als Intro deine Chance ist!

Unsere aktuelle Wirtschaftslage sieht gerade alles andere als rosig aus. Corona hat uns ziemlich unvorbereitet getroffen und alles durcheinandergewirbelt, was sich durcheinanderwirbeln lässt – nicht zuletzt das Modell 9 to 5 im Büro. Doch in großen Umstürzen verbergen sich auch große Chancen für neue Arbeitswelten! Wenn du empathisch veranlagt bist, spürst du das vielleicht besonders deutlich: Es liegt was in der Luft.

Wir wollen Veränderung!

Die Anzeichen waren schon länger da, dass wir etwas ändern wollen. Mal ehrlich – hast du jemals jemanden – schon gar keinen Intro – sagen hören „Oh nein, ich liebe meinen 9-to-5-Job im Büo! Ich würd’ am liebsten den ganzen Tag nichts anderes machen!“ Wohl kaum. Der Hashtag #tgif (thank god it’s friday) hat übrigens aktuell knapp 40 Millionen Beiträge auf Instagram. Alles klar, oder?

Warum hält man so vehement an diesem Modell fest, wenn es doch kaum einen Menschen auf der Welt gibt, der damit wirklich glücklich ist?

Die Antwort liegt in unserem eingefahrenen gesellschaftlichen System. Und das stammt – so ungefähr – aus der Zeit von vor anno Dazumal. Als es das Wichtigste war, den Staat durch ein funktionierendes Wirtschaftssystem zu etablieren und am Laufen zu halten. Je mehr Bruttosozialprodukt, desto reicher der Staat, desto wohlhabender die Gesellschaft, desto besser das Leben. So das Konzept, was ja erst einmal gar nicht so falsch klingt und irgendwann wohl auch völlig sinnhaftig war.

Leider ist dieses Prinzip ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Kapitalismus und eine auf mehr und mehr getrimmte leistungsorientierte Konsumgesellschaft erwuchsen daraus. Klingt ein bisschen nach einem Geschwür, aber genauso könnte man es wohl auch bezeichnen. Es setzte sich ein Gedanke in unserer Gesellschaft fest, der so einfach nicht mehr rauszubekommen war: „Ich arbeite, also bin ich.“

Millenials und das Bruttosozialglück

Spätestens mit dem Erwachsenwerden der Generation Y jedoch (das sind die heute 20-40-Jährigen), wurde dieses Prinzip zunehmend in Frage gestellt. Während wir von unserer Elterngeneration noch zu hören kriegen „Erstmal verdienst du Geld, dann wirst du glücklich“, zählt für uns eher „Hauptsache glücklich sein, Geld kommt dann schon“.

Veraltete Arbeitsmodelle wie 9 to 5 passen da einfach nicht mehr. Die sind nämlich auf „erstmal Geld“ ausgerichtet und nicht auf „erstmal glücklich“.

Aktuelle Debatten in der Öffentlichkeit wie über das bedingungslose Grundeinkommen feuern die Sache mit dem Glücklichsein als Priorität zusätzlich an.

Wenn du darüber mehr wissen möchtest, schau dir mal die Aktionen von Mein Grundeinkommen und dem Pilotprojekt Grundeinkommen an.

9-to-5

 

Warum 9 to 5 im Büro für Introvertierte unpassend ist

Zu einem besonders hohen Maße fühlen sich Introvertierte in klassischen 9-to-5-Bürojobs unwohl. Kein Wunder, widerspricht diese Arbeit doch in vielen Aspekten deinen natürlichen Bedürfnissen. Gehörst du dazu noch zur Generation Y, ist das Frustpaket komplett. Schauen wir uns mal an, warum speziell Intros hier die A***karte gezogen haben:

1. Als Introvertierter holst du dir deine Energie aus dem Rückzug.

5 Tage die Woche 8 Stunden am Tag unter Menschen sein laugt dich aus. Wahrscheinlich bist du abends immer völlig fertig und spätestens am Donnerstag hast du alle Energiereserven aufgebraucht. Pause machst du ja doch meistens mit den Kollegen und selbst wenn du regelmäßig Energieübungen anwendest – es ist einfach nicht natürlich für dich.

2. Du benötigst weniger Stimulation von außen.

Heißt im Umkehrschluss: Zu viele externe Stimuli überstrapazieren deine Nerven. Wenn du dazu auch noch hochsensibel bist, überreizt dich die hektische Umgebung völlig. Laute Geräusche, Rumgerenne auf den Fluren und Gespräche sind vor allem in einem Großraumbüro nicht gerade das Gelbe vom Ei für Introvertierte.

3. Du tendierst dazu, die Dinge langsamer anzugehen.

Spontan noch ein Meeting einlegen, Deadlines werden vorverlegt, beim Brainstorming muss sofort was Produktives bei rumkommen – einfach nicht dein Ding! Du brauchst ein bisschen Zeit, um alles zu beobachten, dann alle Faktoren in deinem Kopf zu sortieren und schließlich die beste Lösung zu finden.

4. Du nimmst die Gefühle deiner Kollegen wahr.

Gehörst du zu den empathischen Intros, nimmst du zusätzlich zu den ganzen Außengeräuschen auch noch energetische Schwingungen auf. Deine Kollegin ist komplett gestresst? Dein Kollege wütend auf den Chef? Du spürst es. Nicht selten am eigenen Körper. Empathie ist eine wahnsinnig tolle Sache und kann zu einem besseren Betriebsklima führen, wenn du sie nutzt, um deinen Mitmenschen Hilfestellung zu geben. Aber – sie laugt auch aus. Regelmäßige Pausen und Abstand sind essentiell, damit diese Gabe vernünftig wirken kann!

introvertierte Jobs


Eine Lösung für dich

Puhhhh, ziemlich harter Tobak, was? Musst du jetzt sofort deinen 9-to-5-Job hinschmeißen und eine 4-Stunden-Woche a la Tim Ferriss anstreben? Zweifelsohne ein schöner Gedanke, aber ganz so drastisch musst du es dann doch nicht angehen. Kleine Veränderungen bringen schon viel!

Durch die aktuellen Corona-Entwicklungen kannst du einiges für dich herausschlagen. Viele Firmen mussten sich mit Homeoffice und Remote Work auseinandersetzen. Die Vorteile dieser Arbeitsformen sind mittlerweile nicht mehr zu leugnen. Als introvertierte Persönlichkeit solltest du versuchen, auch in Zukunft auf wenigstens 2 Punkte der folgenden Liste zu achten. Sei es bei der Wiederaufnahme deines Jobs oder wenn du dir einen neuen Arbeitgeber suchst – solche Vorschläge machen, ist jetzt nicht mehr utopisch!

Für einen introgerechten Job sollten mindestens 2 der folgenden Punkte erfüllt sein:

  • Du stehst voll und ganz hinter dem Sinn deines Unternehmens.
  • Du kannst regelmäßig, am besten mind. 1x pro Woche, Homeoffice einlegen.
  • Deine Woche besteht nicht aus 40 Stunden, du arbeitest in Teilzeit.
  • Du hast ein eigenes Büro, wo du dich gut fühlst und dich niemand stört.
  • Du liebst deine Kollegen und fühlst dich richtig wohl mit ihnen.

Bis das Modell 9-to-5 offiziell das Zeitliche gesegnet hat, können wir mit kleinen Anpassungen schon viel erreichen. Gerade als Introvertierter können wir dank unserer natürlichen Bedürfnisse den Schubs in die richtige Richtung geben. Werden diese nämlich erfüllt, sind wir auch gleich viel produktiver – und glücklicher sowieso.

Zum Weiterlesen: Schau auch mal in diesen Artikel rein, dort habe ich weitere Karrieretipps für Introvertierte aufgelistet.

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2 Kommentare zu „9 to 5 adé? Warum das als Intro deine Chance ist!“

  1. Ein toller Beitrag und ich fühle mich durchaus erkannt in dem was du schreibst.
    Ich brauche definitiv immer Pausen um meine Akkus wieder zu laden und zu viele Menschen im Büro und zu viele Gefühlsgelage dort machen mich fertig. Das laugt mich aus. Das alles ist definitiv leichter zu bewältigen, wenn man einen Job hat hinter dem man zu 100% steht und wenn man Zeiten für sich findet. Danke für deine Aufklärungsarbeit!

    1. Sehr gerne und vielen Dank für dein Feedback! Ja, wenn man sich dieser Sachen erstmal bewusst ist, kann man auch gezielt daran arbeiten, etwas zu verändern. Mehr Pausen zum Beispiel. Liebe Grüße!

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