Eine introvertierte Scanner Persönlichkeit – Intro Talk mit Dominika Hennadi

Scanner Persönlichkeit? Was ist das nun wieder? Ein neuer Persönlichkeitstyp?  Nicht neu, aber zu Unrecht wenig beachtet – dabei sind Scanner Typen wahre kreative Multitalente! Dominika von hennadi.de ist so ein Multitalent und steht mir im Intro Talk zum Thema Introversion und Scanner Rede und Antwort.

Das folgende Interview ist eine kurze und knappe Verschriftlichung unseres Intro Talks auf IGTV – möchtest du uns lieber reden hören und sehen, folge dem Link am Ende des Beitrags.

Ein Intro Talk mit Dominika

Hallo Dominika, ich freue mich total über unseren gemeinsamen Intro Talk! Stell dich gerne kurz einmal vor. Wer bist du, was machst du, was müssen wir über dich wissen?

Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich, dabei zu sein! Ich bin Dominika, introvertiertes Dorfkind, Scanner Persönlichkeit, überzeugte Veganerin. Ich bin außerdem Yogalehrerin und Hennakünstlerin und betreibe in diesem Zug auch meine Webseite hennadi.de und den dazugehörigen Instagram-Kanal. Dort geht es mir aber um mehr, als um „nur“ Yoga und Henna. Ich möchte dir zeigen, wie du mehr Kreativität in dein Leben bringst und dabei weniger Stress hast. Wie kannst du kreativ sein? Wie sieht das ganze psychologisch aus? Was stresst dich und hält dich vom Kreativsein ab? [Anm. Anja: Probier unbedingt mal ihren Stresstypen Test aus, der ist echt witzig und erhellend gemacht! P.S. Ich bin ein Fisch.] Dazu Tipps, Inspirierendes und Spirituelles.

Du gehörst ebenso zu den introvertierten Persönlichkeitstypen. Wie und wann bist du zu dieser Erkenntnis gekommen? Gab es einen Punkt in deinem Leben, wo du gemerkt hast – ja ich bin introvertiert und das ist gut so?

Die Frage beantworte ich am besten in zwei Teilen. Dass ich introvertiert bin, wusste ich tatsächlich schon seit dem Kindergarten. Meine Eltern haben mir das auch wirklich so zu verstehen gegeben: „Du bist anders, du bist stiller, du bist introvertiert.“ Allerdings wurde das damals immer als etwas Schlechtes angesehen. Bis zu meinem Abitur und ins Studium hinein habe ich mich deshalb darum bemüht, meinen „Extro“ zu trainieren. Ich habe mir immer gedacht, dass es unnormal ist, lieber das Bild weiter malen zu wollen anstatt mit Freunden Party zu machen. 

Je mehr Energie mir Studium und anstrengende Bekanntschaften geraubt haben, desto deutlicher wurde mir dann aber dieser Missstand bewusst und ich fragte mich immer mehr: „Warum bin ich mir selbst keine Priorität?“ Ab da habe ich sozusagen mit einer richtigen Scheiß-drauf-Mentalität begonnen und dann auch zunehmend Dinge in mein Leben manifestiert, die mir gut getan haben. Unter anderem meinen Verlobten! Der kam direkt zu dem Zeitpunkt zu mir, als ich mich richtig gut mit mir selbst gefühlt habe. Und da wusste ich: Andere sind auch so. Introvertiert sein ist gut!

Scanner Persönlichkeit | Still Verwurzelt

Introversion – Vorteile und Nachteile

Wurdest du als Intro schon einmal mit negativen Kommentaren konfrontiert? Wurdest du also für deine Introversion schon einmal kritisiert?

Wenn man als Kind eine ziemlich schlaue, stille Leseratte ist, ist man natürlich Angriffsfläche für andere Kinder. Die verstehen nicht, warum man nicht grölend über den Pausenhof rennt. In meiner Schulzeit wurde ich viel gemobbt, das zog sich bis zum Abitur. Allerdings weniger wegen der Introversion an sich, sondern vielmehr aufgrund des Andersseins. Leute haben Angst vor allem, was irgendwie anders ist und nicht der Norm entspricht. Da hauen sie dann eben nicht nur sprichwörtlich drauf. 

Deswegen meine Bitte an alle Eltern: Macht euren Kindern klar, dass da ein toller Mensch hinter der stillen Wand stecken kann!

Was stört dich manchmal an deiner Introversion? Gibt es etwas, das du gerne ändern würdest?

Ja, das gibt es durchaus. Die fehlende Energie! Es ist ja doch so, dass vieles heute in unserer Gesellschaft extrovertiert abläuft: Arbeiten, Erledigungen machen, Netzwerken, und dann muss man sich durch irgendwelche Ämter telefonieren …  Telefonieren!! Ein ziemlicher Horror für viele von uns. Habe ich so einen „nach außen“ gehenden Tag, bin ich platt. Wir Intros müssen glaube ich viel aktiver für unser eigenes Seelenwohl arbeiten als Extrovertierte. Auch wenn es gerade jetzt im Lockdown zu Corona-Zeiten vielleicht andersherum ist. Es ist so ein Gefühl von: Die Welt leert permanent meine Batterien. Das finde ich anstrengend.

Introvertierte Scanner Persönlichkeit | Still Verwurzelt

Und andersherum: Welche deiner introvertierten Eigenschaften gefällt dir am besten?

Das Tollste an meiner Introversion ist, dass ich mit meinem Inneren so verbunden bin! Das ist genau das, was so viele suchen, üben und perfektionieren wollen – dieses aus sich selbst heraus zufrieden sein. Das fällt uns Intros einfach leichter, da wir uns von Natur aus mehr auf unsere Innenwelt fokussieren als auf unsere Außenwelt.

Meine Innenwelt ist für mich etwas ganz Besonderes! Da waren schon immer ganze Welten in meinem Kopf, aus denen ich immer wieder neue Ideen schöpfen kann. Wie ein inneres Shangri La. Daher kommt dann natürlich auch die Inspiration und Kreativität, die ich zum Beispiel für meine Hennakunst nutze.

Scanner, Renaissance-Seele, Multitalent ...

Du bist nicht nur introvertiert, sondern auch eine sogenannte Scanner Persönlichkeit. Kannst du uns kurz erzählen, was ein Scanner ist und wieso das für dich so wichtig ist?

Sehr gerne! Scanner sind die neugierigen Alleskönner unter uns. Sie weigern sich, sich nur mit einer Sache zu beschäftigen und wollen viele, teilweise gegensätzliche Dinge erlernen. Ihre Leidenschaften können dann auch nur ein paar Tage oder Wochen dauern. Wenn sie etwas beginnen, dann mit großer Leidenschaft und Energie. 

Für mich ist das wichtig, weil ich als Scanner Persönlichkeit anders ticke und denke. Die Scanner sind die Menschen, die in einem Meeting über Wasch­maschinen-Marketing Beispiele aus der chinesischen Kleiderbranche bringen. Ihr Wissen ist unglaublich breit und sie denken sehr vernetzt, assoziativ und kreativ. Und obwohl das eine großartige Eigenschaft ist, wünscht man sich heute lieber Experten. Ein Thema pro Person! Da kann dann bei so einem Scanner ganz schön Frust aufkommen.

Genau darüber möchte ich auf Hennadi aufklären. Meine Webseite selbst ist quasi so ein Paradebeispiel einer Scanner Persönlichkeit. Neben Yoga und Henna findest du hier eine Menge Tipps zum Thema Kreativität, Stressbewältigung und eben für Renaissance-Seelen – Scanner.

Zum Schluss: Was ist dein ultimativer Tipp für mehr Selbstakzeptanz?

Prioritäten! Das klingt jetzt trocken, aber was ich meine: Viele wollen sofort in die Selbstakzeptanz springen, ohne überhaupt zu wissen, was sie eigentlich akzeptieren sollen. Für mich ist das ein sehr aktiver Vorgang. Wenn ich beispielsweise in einem furchtbaren Großraumbüro feststecke und jeden Abend total geplättet bin, dann ist es kontraproduktiv, sich einfach zu sagen: „Ich akzeptiere, dass ich so fühle.“ Selbstakzeptanz heißt für mich, erstmal rauszufinden, was ich eigentlich will. Zum Beispiel den ganzen Tag alleine an einem Buch schreiben. Und dann mutig sein und sich diesen Wunsch einzugestehen, das ist Selbstakzeptanz. Und dann natürlich idealerweise Selbstfürsorge betreiben und sich diesem Wunsch irgendwie aktiv nähern. 

Find deine eigenen Prioritäten im Leben heraus und arbeite aktiv an der Umsetzung. Das ist mein ultimativer Tipp für dich.

Vielen Dank, liebe Dominika, für diesen sehr inspirierenden Intro Talk!

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Hat dir der Intro Talk gefallen? Bist du vielleicht eine multitalentierte Scanner Persönlichkeit und konntest etwas für dich mitnehmen? Dann würde ich mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst oder kommentierst. Abonniere auch den Still Verwurzelt Newsletter, damit du keinen Blogartikel mehr verpasst.

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