Negative Nachrichten in den Medien – so grenzt du dich ab

[TRIGGER möglich – wenn du dich psychisch gerade labil fühlst, ist der Artikel möglicherweise nicht für dich geeignet.] Eine neuere Studie (2019) zum Thema positive und negative Nachrichten hat erneut gezeigt, was wir alle eigentlich schon wissen:

„In der analysierten Woche waren 146 Beiträge geprägt von Negativismus,123 waren neutral gehalten und neun waren positiv.“ (Zitat aus presseportal.de)

Untersucht wurden bei dieser Studie mehrere News-Formate aus dem Fernsehen. Aber auch andere Nachrichten-Bezugsquellen kommen mit ähnlichen Ergebnissen daher. 

Moment.
 Lass dir das mal auf der Zunge zergehen: Nur NEUN positive Nachrichten vs. HUNDERTSECHSUNDVIERZIG negative!!

Wie negative Nachrichten unser Weltbild beeinflussen

Naja gut, sagst du vielleicht – aber es gibt nunmal diese negativen Geschehnisse in der Welt. Das ist ja nicht gelogen! Stimmt absolut. Das Problem dabei aber ist, dass eine überbordende Flut an negativen Nachrichten in den Medien den Eindruck erweckt, als würden diese tatsächlich das Weltgeschehen dominieren. Tatsache ist aber, dass es einen riesigen Haufen an positiven Nachrichten gibt. Positive Dinge passieren sehr oft in der Welt. Die selektive Auswahl innerhalb der Medienlandschaft mit Fokus auf das Negative bringt diesen Aspekt jedoch überhaupt nicht zum Tragen.

So schaust du durch die News und Tag für Tag verfestigt sich bei dir der Eindruck, dass Böses unsere Welt dominiert. Das kann fatale Folgen haben, die dir nichtmal bewusst sind, weil du es einfach nicht anders kennst. Lass uns mal ein paar dieser Folgen anschauen:

Das können negative Nachrichten bewirken

    • Das Weltbild, dass es unverhältnismäßig viel Schlechtes in der Welt gibt, verfestigt sich in dir.
    • Auch im Alltag fokussierst du dich zunehmend auf die negativen Aspekte. Es wird ja von der Öffentlichkeit (=Medienlandschaft) so vorgelebt.
    • Du verlierst dein Urvertrauen.
    • Ein Gefühl der Ohnmacht macht sich in dir breit. Du hast das Gefühl, schlimmen Ereignissen hilflos ausgeliefert zu sein.
    • Du entwickelst irrationale Ängste, z.B. die Angst alleine das Haus zu verlassen.
    • Auch möglich: Unbewusst entwickelst du den Schutzmechanismus der Abstumpfung: Gewalt, Hass, Aggression und Co. erscheinen dir als zunehmend normal. Deine Empathiefähigkeit leidet darunter.

Positive Nachrichten | still verwurzelt

Besonders betroffen von schlechten News: Hochsensible

Auf hochsensible und hochsensitive Menschen haben negative Schlagzeilen nochmal eine stärkere Wirkung, da diese eine höhere Empfindsamkeit für Energien jeglicher Art haben. Viele Hochsensitive spüren die Emotionen anderer Menschen, als wären es die eigenen bis hin zum regelrechten Nachfühlen des physischen Schmerzes am eigenen Körper.

Oftmals kann sensible Menschen schon eine einzige Schreckensmeldung komplett aus der Bahn werfen. Wenn du als hochsensitive Frau zum Beispiel liest, dass eine Frau von einem Mann vergewaltigt wurde, kann dich das in ein großes emotionales Tief stürzen, obwohl es dich persönlich nicht betrifft. Du fühlst die Schmerzen dieser Frau regelrecht, spürst ein Gefühl der Machtlosigkeit und entwickelst möglicherweise ein generelles Misstrauen oder sogar Angst vor Männern. Das kann dazu führen, dass die eigene Intuition, die bei hochsensiblen Menschen sehr ausgeprägt ist, komplett getrübt wird. Statt intuitiv einzuschätzen, welcher Person du vertrauen kannst und von wem du dich lieber fernhältst, begegnest du jedem mit Misstrauen. Absolut kontraproduktiv, oder?

Warum fokussieren sich Medien auf das Negative?

Die Antwort liegt – wie so vieles – in unserem Wirtschaftsdenken. Negative Nachrichten bringen mehr Geld als positive. Menschen reagieren grundsätzlich deutlich stärker auf negative Nachrichten. Das hat seine Ursprünge in unserer Fight-or-Flight-Response. Als Höhlenmenschen in grauer Vorzeit war es wichtig, dass negative Situationen wie drohende Säbelzahntiger eine stärkere Reaktion in uns auslösen – damit wir instinktiv reagieren und uns das erholsame Chillen mit den Höhlennachbarn nicht wichtiger ist als das Wegrennen. An dieser Stelle wäre DAS nämlich mal richtig kontraproduktiv.

Leider reagieren wir aber auch stärker auf negative Informationen, die uns gar nicht unmittelbar betreffen. Das machen sich die Medien zu Nutze. Drama und Stress verkaufen sich eben besser. Speziell empathische /sensible Menschen haben hier aber ein riesiges Problem, denn die negativen Erfahrungen anderer Menschen betreffen sie letztendlich tatsächlich unmittelbar – weil sie in so starkem Maß mitfühlen. 

Der Fokus auf das Positive

Was könnte man also tun? Stell dir vor, was passieren würde, wenn die Nachrichtenerstattung mindestens genauso viele positive wie negative – oder besser noch einen Positivitätsüberschuss an Nachrichten bringt. Es würde definitiv nicht dazu führen, wie du vielleicht fürchtest, dass du die Augen vor dem Schlechten in der Welt verschließt. Im Gegenteil, es würde dir sogar helfen, besonnener, hilfsbereiter und zielgerichteter mit negativen Ereignissen umzugehen, weil du die Sicherheit, das Urvertrauen und unerschütterliche Wissen hast, dass die Welt im Kern gut ist.

Das können mehr positive Schlagzeilen bewirken

  • Negative Nachrichten stürzen dich nicht mehr komplett in ein emotionales Loch, weil du weißt, dass die Welt grundsätzlich positiv ist. Stattdessen handelst du besonnen und hilfst anderen gezielt.
  • Du bist viel motivierter Gutes zu tun, weil du weißt, dass es positive Auswirkungen haben kann.
  • So entwickelst du ein gesundes Urvertrauen und fühlst dich zunehmend sicherer in der Welt.
  • Du bist wieder in der Lage, das Leben zu genießen.
  • Dadurch sendest du positive Energien aus und beeinflusst wiederum andere Menschen positiv.
  • Eine Welle an Positivität, Zuversicht und Hilfsbereitschaft macht sich breit.

negative nachrichten

6 Tipps zur Abgrenzung

Die positive Berichterstattung ist zwar noch nicht in unserer Realität angekommen – das heißt aber nicht, dass du dich von der negativen Nachrichtenflut mitreißen lassen musst. Folgende Dinge kannst du tun, um dich abzugrenzen:

Meide grundsätzlich reißerische Medienformate.

Hier werden oft sogar Situationen, die eigentlich ganz harmlos sind, negativ aufgebauscht, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Vermeide TV-Formate

bei den Fernsehnachrichten kannst du leider nicht selektieren. Möchtest du die News verfolgen, such dir am besten eine seriöse Quelle im Internet und schaue nur auf der Startseite ohne großartig Herunterzuscrollen. Alles Relevante findest du eh oben. Die gute alte Tageszeitung auf Papier ist ebenfalls eine bessere Variante. Unerwünschte Rubriken kannst du hier schnell überblättern.

Überlege, ob du Medien generell meiden möchtest.

Das empfehle ich dir, wenn du sehr ausgeprägt sensibel bist. Leider fokussieren sich auch seriöse Medien zuerst auf das Negative. Wichtige News, die dich betreffen, bekommst du i.d.R. sowieso mit. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der den Nachrichten abgeschworen hat und das Gefühl hatte, er würde nicht genügend informiert sein. Du könntest um Sicherzugehen auch nachrichtenschauende Freunde bitten, dich über das Relevanteste zu unterrichten.

Übe dich in innerer Abgrenzung.

Wenn du über eine negative Schlagzeile stolperst, die dir den Tag zu versauen droht, halt dir ein innerliches Stoppschild hoch. Mach dir klar, dass du jetzt gerade sicher und geschützt bist (danke @blackhealingmoments) und dir nichts passieren kann.

Baue deine Schutzaura auf.

Wenn ein innerliches Stoppschild nicht den gewünschten Effekt bringt, kannst du dir deine eigene Schutzaura vorstellen. Baue in Gedanken eine dicke weiße oder violette Schicht um deinen ganzen Körper herum. Durch diese Schicht kann nichts durchdringen. Du bist völlig sicher und hast die Kontrolle. Es lohnt sich, dir dieses Schutzschild eine Zeit lang jeden Morgen zu manifestieren, sodass es dir den ganzen Tag über ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Mach Dankbarkeitsübungen.

Werde dir jeden Tag der zahlreichen positiven Dinge in deinem Leben bewusst. Erstell dir am besten jeden Abend eine Liste – was ist heute Tolles passiert? Wofür bist du heute dankbar? Was hast du gelernt? Welche kleinen Momente waren heute schön? Regelmäßigkeit schult deinen Blick für das Positive und macht dich weniger anfällig für starke Emotionen bei negativen Schlagzeilen.

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2 Kommentare zu „Negative Nachrichten in den Medien – so grenzt du dich ab“

  1. Danke! Bin zufällig auf deine Seite gestolpert und genau das brauchte ich gerade. Vor allem das Meiden von Nachrichten ohne schlechtes Gewissen ist super wichtig für mich und meine Gesundheit 🙂 Liebe Grüße

    1. Hallo Eve, vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich, dass dir der Artikel weitergeholfen hat. 🙂 Ja, absolut, ich kann total bestätigen, dass das Meiden von Nachrichten sehr förderlich für die Gesundheit ist. Mit der Zeit lässt auch das schlechte Gewissen nach, das man hat, weil die Gesellschaft ja irgendwie von einem erwartet, „immer informiert zu sein“. Und wenn es doch auftaucht – es ist immer noch angenehmer als der Effekt, den negative Schlagzeilen auf uns haben. Einen tollen Tag dir und alles Liebe!! Anja

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