Selbstfürsorge im Zyklusverlauf

Der weibliche Zyklusverlauf ist immer noch wie eh und je ein wichtiges Herzensthema für mich. Umso mehr freue ich mich, die liebe Stefanie von bewusst weiblich für einen Gastbeitrag auf Still Verwurzelt gewonnen zu haben. Hier findest du wirklich ganz kurz und knackig beschrieben, was dir in welcher Zyklusphase guttut. Viel Spaß beim Entdecken!

Selbstfürsorge im Zyklusverlauf (Gastbeitrag von Stefanie)

Hast du schon feine Veränderungen im Zyklusverlauf bemerkt? Oder kennst du regelmäßig besonders kritische Zeiten? Dein Zyklus lädt dich in seinem Verlauf auf unterschiedliche Weise liebevoll und mitfühlend zur Selbstfürsorge ein.

Wenn du weißt, wann im Zyklus du eine ordentliche Portion Selbstfürsorge brauchst, kannst du gern direkt zu dem entsprechenden Abschnitt springen. Bitte sieh die folgenden Ideen nur als Impulse dein Zyklus kann und darf sich anders anfühlen. Genauso wie deine Selbstfürsorge im Zyklusverlauf.

Grundlagen: Das kleine Zyklus 1x1

Der weibliche Zyklus ist ein sich regelmäßig wiederholender Kreislauf von Eisprung und Periode (bzw. Schwangerschaft). Das Ziel davon ist Fortpflanzung, ganz egal, was dein Körper oder dein Kopf zum Thema sagt.

Dieser Kreislauf wird in vier verschiedene Phasen unterteilt:

Die Eireifungsphase

In deinen Eierstöcken befinden sich viele sogenannte Follikel, von denen eins pro Zyklus zu einer Eizelle heranwächst. Da dein Körper sehr clever ist, schaut er in dieser Reifungsphase immer wieder, ob die Umstände gerade gut sind für eine Schwangerschaft. Schließlich ist das sein Ziel. Wenn der Körper merkt, dass es gerade nicht so passt, weil du z. B. viel Stress hast oder eine Diät machst, kann er die Eireifung verzögern oder beschleunigen. Das ist der Grund, warum deine Periode manchmal “zu spät” oder “zu früh” kommen kann (oder komplett ausbleibt).

Der Eisprung

Ist das Ei reif, springt es wortwörtlich vom Eierstock in den Eileiter. Dabei lässt das Ei seine Hülle im Eierstock zurück. Manche Menschen spüren den Eisprung durch ein Ziehen im Bauch oder haben bestimmte Beschwerden.

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Die Gelbkörperphase

Diese Phase heißt so, weil die im Eierstock zurückgebliebene Eihülle “Gelbkörper” heißt. Der Körper wartet nach dem Eisprung ab, ob es zu einer Befruchtung und einer Einnistung der Eizelle gekommen ist. Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut noch etwas dicker und kuscheliger für die Eizelle gemacht. Hat sich eine befruchtete Eizelle eingenistet, kommt es zu einer Schwangerschaft. Andernfalls tritt spätestens 16 Tage nach Eisprung die Periode ein.

Die Periode

Die Periode ist Ende und Anfang zugleich. Das Ende des vorherigen Zyklus, der Anfang des neuen Zyklus. Ein Teil der Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und ausgeschieden.

Selbstfürsorge nach der Periode bis zum Eisprung

Die Zeit der Eireifung fühlt sich oft nach neuer Kraft, neuer Motivation an. Ein neuer Zyklus hat begonnen und alles darf sich entfalten. Genauso darfst du dich entfalten. Deine körperliche Kraft kommt wieder und baut sich weiter auf. Auch geistig bist du auf der Höhe und kannst das nutzen, um dich in komplexe Themen einzuarbeiten. Oder dich der ungeliebten Steuererklärung zu widmen. Das ist auch die Zeit im Zyklus, in der kaum eine Frau* Beschwerden hat.

Was dir während der Eireifungsphase auch gut tun kann:

  • überlegen, wie du diesen Zyklus verbringen bzw. verplanen möchtest
  • Urlaub oder andere Dinge planen und organisieren
  • dich bewegen
  • komplexe Themen angehen

Selbstfürsorge um den Eisprung

Die Eisprungzeit ist oft unsere Hoch-Zeit. Wir fühlen uns gut, wollen uns zeigen, können gut kommunizieren. Wir fühlen uns sexy, ziehen uns körperbetonter an. Was ja auch logisch ist: Jetzt ist laut Körper die Zeit, um einen passenden Partner für Nachwuchs zu finden. Gehe hier deinen Bedürfnissen nach, mach dich schick zum Einkaufen, triff dich mit Freund:innen. Mach alles, was dir gut tut und dich gut fühlen lässt.

Als Intro bist du in dieser Zeit vielleicht von dir selbst überrascht, welche Bedürfnisse du gerade hast. Ich als Intro bezeichne mich um den Eisprung herum liebevoll als “extrovertiert-introvertiert”.

Doch was ist, wenn es dir in diese Hoch-Zeit schlecht geht? Vielleicht spürst du den Mittelschmerz und andere Beschwerden. Vielleicht bist du in dieser Zeit sehr gereizt und aggressiv. Dann nimm dir hier Zeit für dich, Ruhe, eine Wärmflasche. Spüre in dich hinein: Was brauchst du jetzt gerade? Und wie kannst du dir das geben?

Was dir um den Eisprung auch gut tun kann:

  • geh tanzen oder tanz alleine Zuhause
  • brezel dich auch Zuhause auf
  • kümmere dich um aufgeschobene Telefonate und Gespräche
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Selbstfürsorge vor der Periode

In der Zeit nach dem Eisprung bis zur Periode kündigt sich nach und nach ein Bedürfnis nach Rückzug und Einkuscheln an. Du willst wieder vermehrt allein sein. Vielleicht ist dir der Gedanke an Einkaufen schon viel zu viel.

Schaue hier, dass du dir im Alltag genug Zeit für dich einplanst: weniger Verabredungen, eher ins Bett gehen, es dir Zuhause kuschelig machen.

Übrigens ist es normal, in dieser Zeit mehr Hunger zu haben als zu anderen Zeiten. Gib deinem Körper mehr Essen, wenn er danach verlangt. Das gleicht sich mit der nächsten Eireifungsphase wieder aus.

Gleichzeitig ist diese Zeit für viele oft besonders schwierig. Denn hier schlägt gern das berühmt-berüchtigte PMS (prämenstruelle Syndrom) zu: Stimmungsschwankungen, viele Tränen, Wassereinlagerungen, Heißhunger, schmerzende Brüste und vieles mehr. PMS ist nicht normal und für mich persönlich ein Zeichen, dass ich meine eigenen Bedürfnisse übergangen habe. Entweder nur im aktuellen Zyklus, oder aber auch schon in den Zyklen davor. Für mich ist PMS ein Aufschrei des Körpers, dass gerade etwas nicht rund läuft.

Um dahinter zu schauen, darfst du einmal radikal ehrlich mit dir sein: Wer und/oder was hat dich diesen Zyklus besonders gestresst? Wie kannst du diesen Stress lindern bzw. vermeiden? Oft ist das auch unterbewusster Stress, beispielsweise wenn du nebenberuflich studierst und immer die Uni und anstrengende Kommilitonen im Nacken hast.

Was dir nach dem Eisprung bis zur Periode auch gut tun kann:

  • deinen Mitmenschen sagen, wie es dir geht bzw. was du brauchst
  • weniger Verabredungen und Termine
  • dich Zuhause mit Decken, Kissen und einem Buch einkuscheln
  • mehr schlafen
  • mehr essen

Selbstfürsorge während der Periode

Die Periode ist eine Zeit der Ruhe, des Kraftschöpfens für den neuen Zyklus. Genauso ist es auch eine Zeit der Visionen und Träume.

Du darfst dir hier Zeit für dich nehmen. Du darfst Termine absagen.

Ich weiß, dass es einfacher gesagt, als getan ist. Doch kannst du dir diese Zeit und anstehende Termine angenehmer machen. Wenn du zu dieser Zeit Zuhause wärst, was würdest du tun? Und wie kannst du das beispielsweise für Arbeit ummünzen?

Ich mag während der Periode keine Kleidung, die meinen Bauch einengt. Für Termine ziehe ich dann Röcke mit Gummibund oder Kleider an. So bin ich gut angezogen und es ist trotzdem bequem.

Was dir während der Periode auch gut tun kann:

  • warmes, nährendes Essen
  • die Füße warmhalten
  • nur das Nötigste machen
  • mehr Zeit für alles einplanen
  • warmen (Perioden)Tee statt Wasser mitnehmen

Selbstfürsorge im Zyklusverlauf kann ganz individuell aussehen. Was einer Freundin gut tut, muss nicht unbedingt auch dir gut tun. Spüre immer wieder in dich hinein und frage dich, was du gerade brauchst, damit es dir gut geht.

Falls du “Periodenamnesie” hast und immer wieder vergisst, was dir gut tut: Schreib es dir auf und hänge es gut sichtbar auf, z. B. am Badezimmerspiegel oder am Kühlschrank.

Stefanie-Krause-bewusst-weiblich

© Foto 2021 Stefanie Krause

Über die Autorin

Stefanie ist ganzheitliche Coach und Yogalehrerin für feinfühlige, leise Frauen*, die sich in ihrer Sanftheit wohlfühlen wollen. Sie schreibt auf ihrer Plattform bewusst weiblich über Themen rund um Zyklusachtsamkeit, Hochsensibilität und Sanftheit. Du findest auf bewusst weiblich auch Angebote zu diesen Themen.

>> Webseite: bewusst-weiblich.de
>> Gratis Quiz für dich: Wie gut kennst du deinen Zyklus?

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