Introvertierte Frauen und ihr Zyklus – das musst du wissen

Der weibliche Zyklus kann soviel mehr als du denkst! Fragst du dich manchmal, warum du Tage hast, an denen du deutlich kommunikativer und sozialer bist als an anderen Tagen? Warum du gestern noch so locker flockige Gespräche führen konntest, das aber heute irgendwie nicht mehr funktioniert?

Wahrscheinlich bist du zu dem Schluss gekommen, dass dieses Schwanken einfach willkürlich ist und höchstens noch mit äußeren Umständen und Menschen zu tun hat, mit denen du gerade zusammen bist.

Sicher mag das auch zutreffen – doch wenn du eine Frau bist, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass noch ein anderer bedeutender Aspekt eine Rolle spielt.

Der weibliche Zyklus: mehr als Menstruation und PMS

Seien wir mal ehrlich – sonderlich viel lernt man in der Schule nicht über den weiblichen Zyklus: 1x im Monat bekommst du deine Periode, Stimmungsschwankungen davor sind nicht selten, schwanger werden kannst du quasi immer, die Pille ist deswegen die beste Option.

Als junge Mädchen nehmen wir das einfach so hin. Wir hinterfragen das nicht. Alles klar, Tampons kaufen, Pille nehmen. Mehr muss man nicht wissen. Punkt.

Das. ist. Bullshit.

Der weibliche Zyklus ist ein Wunderwerk, der nicht nur das Kinder Kriegen regelt – nein, tatsächlich bestimmt er sehr genau, wie wir uns jeden Tag fühlen, was wir jeden Tag für Fähigkeiten haben, wie wir unseren Alltag meistern, unser Sexleben, unser Sozialleben und, und, und.

Der 24-Stunden-Zyklus

Unser Alltag funktioniert jeden Tag in etwa gleich. Das sieht man schon an der Art und Weise wie unser Arbeitsleben organisiert ist: 5 Tage die Woche arbeiten, 2 Tage zum Erholen. Und das jede Woche, jeden Monat aufs Neue.

Tatsächlich ist dieser 24-Stunden-Zyklus aber ein männlicher. Denn ja – auch Männer haben einen Zyklus, der aber eben jeden Tag auf dieselbe Art und Weise funktioniert. Man könnte den männlichen Zyklus mit der Sonne vergleichen: Jeden Tag geht sie auf und sie geht unter. Viel mehr passiert da nicht.

Periode, Menstruation, Frauenkram

 

Frauen haben einen Zyklus von circa 28 Tagen

Den weiblichen Zyklus hingegen können wir am besten mit dem Mond vergleichen. Denn der sieht – wie wir wissen – nicht jeden Tag gleich aus. Erst nimmt er zu, dann ist er voll, dann nimmt er ab, dann ist er leer. 

Tatsächlich ist es nicht selten, dass der 28-Tage-Zyklus einer Frau sogar dem Mond angepasst ist und sie zu Neumond ihre Tage bekommt. Wenn du dich für diese Verbindung interessierst, empfehle ich dir das Buch Mondschön von Nives Gobo.

Jetzt das Wichtige! Was bedeutet dieser Monatszyklus für unseren Alltag?

Er bedeutet, dass anders als bei Männern unsere Phasen von Produktivität, Erholung, Lust auf Sex, Kommunikation etc. sich nicht auf auf einen Tag verteilen und dann jeden Tag wiederholen lassen – diese Phasen ziehen sich über mehrere Tage und finden nur 1x im Monat statt.

Du hast letztendlich eine Phase, in der du dich kommunikativ und charismatisch fühlst (um den Eisprung) und eine Phase, in der du dich am liebsten zurückziehst (Menstruation). Dazu kommt eine Phase der Kreativität (vor dem Eisprung) und eine Phase, in der du lieber tust als brainstormst (nach dem Eisprung).

Wissen, das dein Leben verändert

Gerade als introvertierte Frau ist das Wissen um die verschiedenen Phasen deines Zyklus’ Gold wert! Wir hadern sowieso schon mit unseren sozialen Kommunikationskünsten und benötigen ohnehin schon viel Rückzugszeit zum Energieaufladen, nachdem wir in der Welt da draußen agiert haben.

Wie wertvoll ist es da bitte, wenn du weißt, zu welchen Zeiten im Monat du dich ganz natürlich kommunikativer fühlst und zu welchen Zeiten du besser Grenzen setzt und vermehrt nein sagst?

Die 4 Phasen des weiblichen Zyklus

Ich möchte dir an dieser Stelle einen kurzen Überblick zu unseren 4 Zyklusphasen geben, nach denen du deinen Alltag ganz natürlich gestalten kannst.

1. Follikelphase

  • Du bist besonders kreativ – Brainstorming ist angesagt
  • Perfekte Planungsphase
  • Lust auf was Neues (neue Sportart, neue Serie, Sightseeing …)
  • Guter Zeitpunkt für Unternehmungen mit Freunden

2. Ovulationsphase (Eisprung)

  • Du bist charismatisch und kommunikativ
  • Perfekt zum Ausgehen, neue Leute kennenlernen, für Dates, Businessmeetings etc.
  • Power-Sportarten tun dir jetzt besonders gut
  • Du fühlst dich gut, jetzt gelingt dir alles 

3. Lutealphase

  • Getting Things done – du bringst Dinge zu Ende und arbeitest effizient & konzentriert
  • Unternehmungen lieber nur mit Familie/engen Freunden
  • Du bist gern zu Hause: Filmabende, Essen bestellen, sich um den Haushalt kümmern …
  • Spaziergänge in der Natur, sanftere Sportarten (Yoga, Pilates, etc.)

4. Menstrualphase

  • Wenn irgendwie möglich: Nimm dir frei, sag „nein“, vermeide Termine
  • Zeit für dich alleine, lange schlafen, zu Hause bleiben
  • Alles braucht etwas länger
  • Perfekt für Reflexion / Journaling
  •  

Tipps zum Anfangen

Klingt eigentlich ganz gut, aber du weißt nicht, wo du anfangen sollst und wie du deinen Alltag überhaupt umstellen kannst?

Ich empfehle dir, zunächst einmal nur zu beobachten. Jede Frau funktioniert ein bisschen anders und jede der vier Phasen hat bei jeder Frau eine unterschiedliche Länge.

Fang erstmal damit an, deinen Zyklus zu tracken und zu beobachten, wie du dich in den einzelnen Phasen fühlst (Achtung! Nimmst du die Pille, ist dein Hormonhaushalt anders, er entspricht dann nicht der natürlichen Verteilung). Am einfachsten beginnst du mit der Menstruationsphase, die du ganz klar definieren kannst. Danach folgt die Follikelphase, die etwa 5-7 Tage dauert. Die Eisprungphase kannst du ebenso auf etwa 5 Tage ansetzen. Diese kannst du alternativ auch bestimmen, indem du deine Körpersymptome wie Zervixschleim und Temperatur beobachtest. Dafür eignen sich NFP-Apps (z.B. myNFP) ganz hervorragend. Am längsten dauert für gewöhnlich danach die Lutealphase, nämlich bis die nächste Menstruation beginnt.

Introvertierte Frauen und ihr Zyklus | Still Verwurzelt

 

Wenn du deinen Zyklus eine Zeit lang beobachtet hast, könntest du im nächsten Zyklus einige kleine Veränderungen vornehmen. Verabrede dich z. B. in deiner Ovulationsphase mit Freundinnen zum Ausgehen, unternimm eine kleine Sightseeingtour in deiner Follikelphase oder plane einen Me-Time-Tag in deiner Menstrualphase ein.

Zum Weiterlesen empfehle ich dir die Bücher von Alissa Vitti – hier kommen auch Aspekte wie Ernährung, Kinder und die ganzen hormonollen Hintergründe ins Spiel.

 

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