Slow Living – warum Intros sich Zeit nehmen sollten

Slow Living ist ein Konzept für dich, wenn du

  • nervös wirst, sobald du dir einen freien Tag gönnst,
  • durch Social Media scrollst und Herzchen verteilst, ohne überhaupt zu wissen wofür,
  • du das Gefühl hast, der Tag hat viel zu wenig Stunden.

Höher, schneller, weiter für die Tonne!

Versteh mich nicht falsch! Ich bin absolut dafür, sich persönlich weiterzuentwickeln. Es ist wunderbar, seine eigenen Talente und Fähigkeiten auszubauen, sich Ziele im Leben zu setzen und dabei auch die eine oder andere Deadline einzuhalten. Ohne Ziele und Deadlines tendierst du möglicherweise dazu, überhaupt nichts zu machen und im ungünstigsten Fall niemals dort anzukommen, wo du hinmöchtest – ich bin auf jeden Fall eine solche Person, der „Prokrastinieren“ quer über die Stirn geschrieben steht.

Tatsächlich müssen sich aber Ziele setzen und 1-5 Gänge Herunterschalten gar nicht ausschließen. Im Gegenteil! Wenn du lernst, dir à la Slow Living mehr Zeit für alles zu nehmen, haben deine Errungenschaften viel mehr Qualität und du kannst sie so richtig genießen.

Warum „mehr“ eine antiquierte Haltung ist

In unserer Gesellschaft ist genug niemals gut genug. Von allen Seiten wird dir eingeredet, du müsstest noch mehr machen. Mehr Überstunden, um der Firma noch mehr Geld einzubringen. Mehr Ausgehen, um keinen Spaß im Leben zu verpassen. Am besten 7x die Woche Yoga praktizieren, um mit den fashionable Yoginis auf Instagram mithalten zu können. Mehr Verreisen, mehr Putzen, mehr, mehr, mehr. Du kannst die Liste unendlich fortführen (auf sein.de habe ich einen Artikel veröffentlicht, der das Thema weiterführt.)

Halt an dieser Stelle ruhig einmal inne und überleg, was du (unbewusst) von dir selbst einforderst, mehr machen zu müssen. Sind das wirklich deine Wünsche? Oder tust du das, weil die Gesellschaft es als richtig empfindet?

Wenn Letzteres der Fall ist, solltest du dein Mindset schleunigst überdenken (an dieser Stelle ist wirklich mal „schnell“ angesagt). Denn die Höher-schneller-weiter-Mentalität unserer Gesellschaft entstammt einem alten Wirtschaftsdenken, das zum Ziel hat, den Staat möglichst wohlhabend werden zu lassen. Prinzipiell nicht verkehrt (ich habe hier schon einmal darüber geschrieben), aber: Was dieses Denken definitiv nicht zum Ziel hat: 

Dich glücklich machen.

Slow Living | Still Verwurzelt

Problemlöser Slow Living

Noch einmal zurück zu den 3 Punkten vom Anfang. Findest du dich in einem oder mehreren wieder? Lass uns mal aufdröseln, wo hier jeweils die Problematik liegt und wie du diese im Sinne von Slow Living für dich lösen könntest.

Du wirst nervös, sobald du dir einen freien Tag gönnst

Das ist vor allem – aber nicht ausschließlich – bei Selbstständigen eine große Problemzone. Du befürchtest, dass deine Followerzahl gleich um 50 sinkt, wenn du mal einen Tag nicht interagierst? Hast du Angst, dass dir wichtige Aufträge und Kunden durch die Lappen gehen oder du dein Monatsziel nicht erreichst? Damit stehst du nicht allein da, das denken soooo viele Freiberufler! Neben dem gesellschaftlichen Leistungsdenken sind hier auch (unbewusste) Existenzängste am Werk.

So denkst du um: Letztendlich ist das aber Blödsinn, wenn du mal genauer darüber nachdenkst. Wer dir als Follower abspringt, nur weil du mal Zeit für dich benötigst, den willst du auch gar nicht in deiner Community haben. Deinen Kunden und Auftraggebern wiederum bringt es überhaupt nichts, wenn du völlig gestresst und energielos deine Dienstleistungen erbringst. Im schlimmsten Fall lässt eh die Qualität nach. Gönn dir die Pause! Mach langsamer! Du musst als Intro regelmäßig deine Energien aufladen, sonst brennst du aus.

Du scrollst unachtsam durch Social Media

Es gibt einfach so unendlich viel zu sehen in der Social Media Welt! Und es wird von Sekunde zu Sekunde mehr. So viel, dass du unmöglich hinterherkommen und alles mitkriegen kannst. Instagram, Facebook und Co. sind so angelegt, dass du immer neuen, brandaktuellen Content präsentiert bekommst und du quasi nie aufhörst, dort herumzusurfen. Warum? Nur aus einem Grund. Damit du kaufst! (Auf Netflix gibt es eine nicht unkritische Doku zu dem Thema.)

Lass das mal sacken. Es geht den Entwicklern nicht um dich, es geht ums Verkaufen. Wir Menschen sind gar nicht dafür ausgelegt, so extrem viele Informationen in so kurzer Zeit aufzunehmen und zu verarbeiten. Faktisch können wir das gar nicht. Mich persönlich stresst das, es raubt mir die Energie. Geht es dir ähnlich?

So denkst du um: Ich nutze Social Media selbst und bin vor allem ein großer Fan von Instagram. Da spricht auch nichts gegen, aber: Du solltest es auf eine Weise nutzen, die DIR persönlich guttut – nicht den Plattformen. Für einen Slow Living Ansatz könnte das heißen, dass du nicht wahllos bis zum Sankt Nimmerleinstag herunterscrollst, sondern dir wirklich Zeit für jeden Post nimmst, den du dir anschaust. Lies den Text, überleg dir deine Meinung, schreibe einen Kommentar. De facto bedeutet das, dass du weniger Beiträge siehst, weil du ja viel langsamer dort agierst. Aber der Mehrwert für dich ist um ein Vielfaches größer, wenn du dich bewusst damit auseinandersetzt.

Pro-Tipp: Instagram und Co. sind auf Schnelllebigkeit aus. Einzelne Beiträge gehen in deinem Feed mega fix wieder unter. Wenn du wirklich ganz bewusst Inhalte mit Mehrwert auf dich wirken lassen willst, switche mal wieder zu Blogartikeln. Besuche mehr Blogs! (Lass es aber nicht zu einem Marathon werden, sondern wähle bewusst.) Lass dir Zeit, dich dort umzusehen, denn: Eine Webseite ist quasi das virtuelle zu Hause eines Bloggers. Es sagt so viel über ihn und seine Arbeit aus! Du wirst nervös, wenn du einen 1.000-Worte Blogpost richtig aufmerksam durchliest und nicht nur überfliegst? Dann solltest du erst Recht weiterlesen! Daran merkst du, dass dein Slow Living noch ausbaufähig ist.

Langsam leben | Still Verwurzelt

Du hast das Gefühl, der Tag hat viel zu wenig Stunden

Ich glaube, es gibt keinen Menschen innerhalb unserer westlichen Gesellschaft, der sich nicht schon einmal so gefühlt hat. Wir alle wollen mehr Zeit. Zeit, die Dinge zu tun, die wir lieben, Zeit für die Menschen, mit denen wir zusammen sein wollen. Was steckt dahinter? Die Angst nicht genug zu sein, aber auch die Angst vor Verlust. Davor, dass irgendetwas bald nicht mehr da sein könnte und wir uns zu wenig Zeit dafür genommen haben.

So denkst du um: Hier kann dir Slow Living so viel mehr Lebensqualität bieten! Stell dir vor, du würdest wirklich jeden Moment deines Lebens voll auskosten. Komplett aufgehen, in dem was du gerade tust. Die Dinge, die du gerade in der Hand hältst, wertschätzen. Die Momente, die du alleine oder in Gesellschaft verbringst, völlig auskosten. Jede Sekunde dankbar für das sein, was du gerade hast. Zugegeben – für viele Introvertierte ist dies ein eher utopischer Zustand. Völlig im Hier und Jetzt sein, fällt uns oft sehr schwer. Trotzdem lohnt es sich, sich dem ein bisschen mehr hinzugeben. Dann handelst du automatisch langsamer. Du bist nicht mehr gehetzt, denn der Gedanke, dass du schnell was anderes machen musst, ist in diesem Moment nicht da. Wenn du das Sein im Hier und Jetzt mehr praktizieren möchtest, habe ich im Beitrag auf Mein Weg – Dein Weg eine kleine Anleitung für dich. (Für richtig intensives Üben empfehle ich dir Eckart Tolles Bestseller „Jetzt“.)

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2 Kommentare zu „Slow Living – warum Intros sich Zeit nehmen sollten“

  1. Was für ein schöner Artikel. Und vor allen Dingen der Social Media Tip – weniger und bewusster konsumieren! Tatsächlich bin ich letzter Zeit eher Fans von Blogs. Aus genau dem Grund, den du nennst. Das sind einfach die „Babies“ der Autoren und es steckt viel mehr liebevolle Arbeit dahinter.

    1. Vielen Dank, liebe Dominika! Ich fände es total super, wenn sich wieder mehr Leute auf richtige Blogs besinnen anstatt immer Social Media den Vorzug zu geben. Toll zu hören, dass du das auch so siehst! 🙂

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